Pressestimmen zu bartmes live und zur CD modular soul
Jazziger Sound kommt dem der 60er nahe
Selten finden sich im Jazz Bandkonzepte, die den Sound so exzessiv in musikalische Struktur und Improvisation einbeziehen. Die Formation „Bartmes“ hat beim Freitagskonzert des Jazzclubs im Jazzkeller Biberach einem begeisterten Publikum ein solch ungewöhnliches Konzept vorgestellt.
Traditionell gibt es im Jazz harmonische, melodische oder rhythmische Vorgaben innerhalb deren struktureller Grundlagen der Jazzmusiker Raum für spontane Einfälle findet. Jo Bartmes (Hammond, Pfeifen, Gesang) hat ins Zentrum seiner vierköpfigen Formation den Sound der Hammondorgel und eines Original-Leslie-Lautsprechers aus dem Jahr 1958 gestellt.
Auch wenn er aus Gründen besserer Transportierbarkeit nicht die legendäre B3 Hammondorgel zum Konzert nach Biberach mitgebracht hat, gelang ihm in Verbindung mit den rotierenden Leslie-Lautsprechern eine weitgehende Annäherung an den Kultsound der 60er- und 70er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts.
Bartmes hat sich jedoch nicht damit begnügt, nostalgisch dem alten Sound zu frönen, er hat durch Pfeifen, Singen und weitere Effekte das Klangspektrum erweitert sowie neue Formen und Strukturen in großer stilistischer Vielfalt ausgetüftelt. Als besonders gelungen darf die Einbeziehung von Frank Spaniol mit seiner Bassklarinette gelten. In Verbindung mit einer ganzen Batterie von Effektgeräten, die über Fußschalter betätigt eine Klangbearbeitung in Echtzeit ermöglichten, schaffte er eine immense Erweiterung des Klanges der Bassklarinette. Unterstützt durch ein digitales Delay, welches ihm ermöglichte ganze Passagen aufzunehmen und zeitversetzt wiederzugeben, konnte der kleinen Besetzung quasi orchestrale Vielschichtigkeit entlockt werden.
Auch wenn Bartmes zur Begleitung nur einen Schlagzeuger, Sebastian Merk, aufgeboten hatte, entstand niemals der Eindruck, hier fehle der Musik eine Akkordbegleitung. Den fehlenden Basspart ersetzte ganz nebenbei die Orgel.
Über dem komplexen instrumentalen Unterbau entfaltet sich Fola Dadas stimmungsvoller Gesang. Mal selbständig das melodische Geschehen anführend, mal vokal unterstützt von Jo Bartmes, mal als bloßer Soundeffekt im vielschichtigen Klanggebäude wirkt die Stuttgarter Sängerin und Dozentin Fola Dada, die auch aus Projekten mit Helmut Hattler bekannt ist, immer souverän, immer soulig, immer intensiv emotional und treffsicher groovend. Die meisten Titel des Abends entstammten der neuen CD „modular soul“ und stießen auch in der Liveversion auf große Begeisterung. Zwei Zugaben mussten unbedingt noch her.
Schwäbische Zeitung, 23.04.2012
GEHEIMTIP Modern Soul-Jazz - BARTMES - modular soul
Wetten, dass auch Ihr Blick während der ersten 2:30 mehrfach zu Ihrem CD-Player oder Streamer wandert, wenn Sie Track 1 dieses Albums abspielen? Ja, ist denn da der Laser ausgerutscht oder hakt etwa die Netzwerkverbindung? Es ist auch verstörend, wie Bartmes hier die Bits und Bytes durcheinanderwürfelt, ihre Anordnung scheinbar völliger Willkür überlässt. Dabei verfolgt der Keyboarder, Arrangeur und Produzent sehr wohl einen Plan: Soul und Jazz im digitalen Zeitalter heisst sein Thema, durchaus mit einem Blick auf die goldene Sixties-Ära der Genres - allerdings ohne jegliche Retro - Patina. Wohl versetzen Hammondorgel, Bassklarinette und Kontrabass mitunter in rauchige Clubs oder beschwören Stimmungen wie aus einer 70ger Krimifilmmusik doch stets suchen die Arrangements und das Songwriting die Moderne im Geist des HipHop-Jazz und des digitalen Souljazz der Nuller-Jahre. Aber bei aller elektronischen Ausrichtung haucht Bartmes seinem Sound einen „human factor“ ein. Mit dabei: Gäste aus dem südgermanischen Soul-Delta Mannheim/Karlsruhe/Heidelberg wie die famose Sängerin Fola Dada, die mal wie eine weibliche Antwort auf Prince performt, mal wie eine Diva vom Schlage einer Billie Holiday. Der präsente Klang macht die Sache endgültig rund.
Audio, Christof Hammer, April 2012
Urbanes Pulsieren
Keyboarder Jo Bartmes mit neuer Band und neuer CD in Mannheim
Retrosounds mit zeitgenössischen Impulsen zu verknüpfen, damit hat sich Jo Bartmes einen Namen in der Jazzszene geschaffen. Jetzt hat der Heidelberger Keyboarder eine neue CD herausgebracht mit dem Titel „Modular Soul“. Live vorgestellt wurde der Silberling, der auf Bartmes’ eigenem Label Blisstone erschienen ist, in der Mannheimer Alten Feuerwache.
Für musikalische Bausteine hat sich Bartmes immer schon interessiert. Solche Module, wie er es nennt, prägen auch sein jüngstes Werk. Versatzstücke aus Jazz, Rock, Funk und R&B verbaut er auf seiner neuen CD "Modular soul" mit reichlich Experimentiergeist. Und dass diese Module auch Seele und noch mehr Soul haben, dafür steht der Bandleader mit seinem Spiel ebenso ein wie seine Mitstreiterin bei diesem Projekt, die Sängerin Fola Dada.
Es sind vor allem clubbige Sounds und Rhythmen, die Bartmes auf der neuen Scheibe hören lässt. Triphop, Soul und experimentelle Dance-Grooves, eine Musik mit vielen Biegungen und Brechungen. Ganze acht Musiker sind auf der CD beteiligt, das garantiert vielschichtige Soundcollagen aus einem ebenso dunkel wie frisch klingenden Klanglabor. Die Musik ist reif und zugleich spielerisch-verspielt und wird gelegentlich zu einem Trip durch surreale Klanglandschaften.
Einen Hauch von Grace-Jones bringt Fola Dada bisweilen in ihren dunkel timbrierten Gesang. Söhne-Mannheims-Gitarrist Kosho ist mit funky Grooves und rockigen Licks ebenso dabei und entspanntem Banjo-Spiel. Mit letzterem kommt in "Princess" unbeschwerte Urlaubsstimmung und melodienseliger Retro-Geist in die Musik. Nächtliche Sounds und Großstadt-Rhythmen pulsieren in "Berlin". Drum&Bass-Rhythmen, schwurbelige Klänge von Hammond-Orgel und Fender Rhodes-Piano lässt Bartmes einfließen. Dazu Elektronisches, programmierte Loops und Grooves. Zusammen mit den Vokalisen der Klassik-Sängerin Cordula Stepp und Frank Spaniols Bassklarinette ergibt dies einen vielschichtigen Klangtrip.
Viel davon war auch live in der Feuerwache zu hören, hier nun in Quartett-Besetzung. Jo Bartmes war neben seinem Keyboardspiel ebenso mit elektronischen Pfriemeleien beschäftigt wie Spaniol, der seine Bassklarinette auch gerne mal elektronisch manipulierte. Einen Bassisten konnte sich Bartmes sparen: die schummrigen Basslinien ließ er mit links übers Keyboard laufen, um mit der Rechten bizarre Sounds zu entwickeln. Eine Vielzahl dunkler Ambientklänge aktivierte er dabei, verbiss sich in langen Repetitionen. Der fabelhafte Sebastian Merk am Schlagzeug sorgte mit schrägen Beats und differenziert klackernden Rhythmen für einen komplexen Groove, der immer sehr tanzbar war. Repetitive Minimal-Strukturen waren oft eine starke Dancefloor-Basis, über welche Fola Dada elegisch schwelgen durfte oder schmiegsamen R&B in sinnliche Töne kleidete.
Das solch urbanes Gebräu nicht viel mit Jazz zu tun hat, ist ebenso klar wie die Tatsache, dass es für die Tanzschuppen eine Spur zu komplex und experimentell ist. Bartmes hat immer schon stilistisch zwischen den Stühlen gestanden und dort fühlt er sich sehr wohl. Das hohe Niveau seiner neuen Produktion gibt ihm auf diesem Wege nur Recht.
Rheinpfalz, Rainer Köhl, 30.3.2012
Bartmes
Modular Soul
Natürlich darf man auf CD-Titel nicht viel geben. Aber „Modular Soul“ des Keyboarders und Produzenten Jo Bartmes weist dann doch auch auf die Arbeitsweise des Heidelbergers hin: Er betrachtet aktuelle (Pop-)Musik der vergangenen 40 Jahre als großen Fundus, wo er die Bausteine findet, die er in den 14 Tracks seiner CD zu gleichermaßen komplexen wie sublimen Gebilden stets neu zusammensetzt – gleichgültig, ob Soul oder Funk, ob Pop oder Rock, ob zeitgenössische DJ-Kultur oder historische Disco-Sounds, ob Jazz, Blues, Country oder Bluegrass. Musikalischer Ausgleich ist Bartmes’ Sache nicht. Viel lieber hat er scharfe Schnitte und Collagen-hafte Brüche, lässt Extremes ebenso zu wie Untergründiges. Dabei setzt er nicht allein auf ein digitales „Cut & Paste“-Prinzip. Vielmehr sind die retrospektiven, wohlig analogen Klangfarben seines Fender Rhodes und seiner Hammond-Orgel Dreh- und Angelpunkt, mit denen er die Musiker durch seinen teils abründigen Kosmos führt: Ein Markus Bodenseh auf dem Kontrabass reagiert darauf ebenso mit Pfiff und Esprit wie ein Sebastian Merk auf dem Schlagzeug oder ein Kosho auf Gitarre und Banjo. Und mit Fola Dada hat er eine wandlungsfähige Sängerin mit im Boot, die sich mit ihrer ausdrucksstarken Stimme ad hoc auf das jeweilige musikalische Setting einzulassen versteht. Ach ja, den zweiten Teil des Albumtitels, „Soul“, darf man nicht als Gattungsbegriff missverstehen. Vielmehr verbirgt sich dahinter Bartmes’ Haltung, mit der er sich auf aktuelle Musik einlässt.
JazzThing, Martin Laurentius, April 2012
Sounds & Songs
Bartmes: modular soul
Der Heidelberger Künstler Jo Bartmes, seines Zeichens Keyboarder, Theatermusiker und Komponist, schreibt seine Stücke gerne nach dem Baukastenprinzip, eine passende Schublade für diese Musik muss erst noch gezimmert werden. Dabei bedient sich Bartmes zwanglos an Elementen aus Jazz, Pop, Soul, Elektronik und Experiment. Folglich könnte der Titel seines neuen Albums „modular soul“ nicht treffender gewählt sein. Klanggrenzen gibt es kaum, für reichlich Abwechslung sorgen unter anderem zwei Sängerinnen und Exoten wie Banjo und Bassklarinette. „Die Musik passiert mir“, kommentiert der gebürtige Schweizer in knappen Worten seine Kompositionen. Sie entstehen mal am Instrument, mal am Schneidetisch und sind in jedem Fall frisch, innovativ und unvorhersehbar.
WDR 3 - Resonanzen - CD der Woche 19.03.2012
Bartmes: modular soul
Schon toll wie Keyboarder lo Bartmes mit Kosho Koschorreck (g), Sebastian Merk (dD und weiteren Musikern hier Electronica und organische Band-sounds zu einem groovenden Funk-/Soul-Monster von prince‘scher Dimension verbindet. lm Mittelpunkt steht die großartige Sängerin Folo Dada. Ein schönes Album zwischen Dancefloor und Chill-Out-Lounge.
Gitarre & Bass, März 2012
BARTMES
GESCHICHTEN, DIE SCHWINDELIG MACHEN
Von Olaf Maikopf
Zwischen Theatermusik, Lehraufträgen und Konzerten können die eigenen Aufnahmen schon mal eine Weile liegen bleiben. Jetzt hat Jo Bartmes ein neues Album fertiggestellt, das ebenso vielfältig ist wie sein Musikeralltag. Im Interview spricht er über große Namen, die seinen Weg gekreuzt haben und seine aktuellen Ambitionen.
Seine Inspirationen bezieht der Keyboarder Jo Bartmes aus allen Himmelsrichtungen. Dazu schaut er bei Matthew Herbert vorbei um schon im nächsten Moment sein Interesse auf Medeski, Martin & Wood und Can zu fokussieren. Sie alle und ganz viel mehr finden sich in dem sinnlichen, progressiven Elektro-Jazz von Modular Soul wieder. Der ist wunderbar verspielt und immer überraschend.
Olaf Maikopf: Du nennst dein neues Album Modular Soul. Und tatsächlich setzt sich die Musik aus verschiedenen Bauteilen zusammen.
Jo Bartmes: Die modulare Bauweise entspricht meinem Leben als freischaffender Musiker. Ich spiele Gigs, mache Musik für’s Theater, unterrichte an der Uni und privat, mache meistens mein eigenes Booking, oft alles an einem Tag. Und wenn ich zwischendrin ein paar Tage Zeit hab, nehme ich zu Hause ein paar Tracks auf. Die Takes bleiben dann oft Monate oder ein Jahr liegen, weil ich z.B. an einer spannenden, zeitaufwändigen Theatermusik arbeite. Dann beschäftige ich mich wieder mit meiner Musik und entweder – wie das mit manchen Tracks der neuen CD der Fall war – muss ich komplett neu aufnehmen, weil sich’s nicht mehr richtig anfühlt, oder ich fange an, am Rechner zu basteln und was Stimmiges draus zu machen. Teilweise baue ich Loops aus Sachen, die mir Musikerfreunde irgendwann eingespielt haben. Manchmal, wenn ich schon am Basteln bin, entsteht dann auch ein neues Stück nur am Computer. Da sind dann auch Samples von anderen Bands oder z.B. einem zeitgenössischem Chorwerk, oder einem Radionachrichtensprecher verhackstückt. Es soll einfach am Ende gut klingen und eine Aussage haben. Für die CD ist alles gleichwertig, ob ich etwas mit meinen Freunden eingespielt hab oder „nur“ am Rechner gebastelt. Und manche Bastelei hab ich dann doch noch mal mit Band eingespielt.
Organisch und weich
Olaf Maikopf: Welche Musik interessiert Dich?
Jo Bartmes: Wenn sie mich berührt, interessiert mich stilistisch alles: Klassik, Jazz, gute Popmusik, Elektro, Musik aus fernen Ländern. In den Rocky Mountains hörte ich in einem Schuppen an einer Straßengabelung mal eine Bluegrass-Band, die so was von gegroovt hat. Kürzlich in einem Jugendzentrum eine fantastische Speed Metal Band, die mir den Atem geraubt hat. Mit Jazz passiert mir das leider immer seltener.
Olaf Maikopf: Wann hast Du Musik entdeckt, wie war Deine musikalische Sozialisation?
Jo Bartmes: Meine Eltern hörten Klassik – vor allem Bach und Strawinsky. Habe ich damals gehasst, sind aber schon lange zwei meiner Favoriten. Bei meinem Vater hörte ich Oscar Peterson und das Golden Gate Quartett und afrikanische Gesänge vom Tonband. Meine erste Platte, das White Album von den Beatles, hat mir meine Cousine geschenkt. Die meisten Stücke der Beatles finde ich immer noch toll. Später Jimmy Hendrix, King Crimson, Pink Floyd, dann ganz viel Soul und Funk, James Brown, Cameo usw. Erst so mit 18, kam ich zum Jazz. Ein Freund spielte mir „Go Ahead John“ von Miles Davis’s Big Fun vor, das haute mich um. Viele Jahre später, ich verdiente schon meinen Lebensunterhalt mit Musik, bin ich dann nach New York gegangen, um Jazz zu studieren, und habe gelernt, was es alles noch für spannenden Jazz vor Bitches Brew gab. Ich hatte keine Ahnung. Allerdings ist es dann auch nicht so leicht, wenn man sich während des Studiums z.B. viel mit Bebop oder traditionellen Jazzformen beschäftigt, wieder offen für alles zu werden. Ich habe Jahre gebraucht.
Olaf Maikopf: Deine Hauptinstrumente sind die Hammond-Orgel und das Fender Rhodes. Zwei ja eher „antiquierte“ Instrumente, die aber seit Jahren in bestimmten Szenen wieder absolut angesagt sind. Was macht für dich deren Reiz aus?
Jo Bartmes: Mein erstes Rhodes habe ich mir mit 15 als Zeitungsausträger in den Schulferien verdient und meine alte Hammond B3 eher zufällig erst vor einigen Jahren günstig gekauft. Die Instrumente verbinden mechanische, akustische Klangerzeugung mit Elektronik, das entspricht der Mischung in meiner Musik. Rhodes und Hammond haben was Organisches, Weiches, was man auch gut mit Verzerrer oder Wah-Wah bearbeiten kann und mischen sich wunderbar mit allem. Das würde ich so generell weder übers Klavier noch über Synthies behaupten. Der Hauptgrund ist aber sicher meine Sozialisierung, es sind die Tastenklänge, die ich in meinen Lieblingsmusiken am meisten gehört habe.
Geballte Kultur
Olaf Maikopf: Welche Spieler prägten dein Spiel?
Jo Bartmes: Inspirationsquelle war für mich immer, ob und wie Musik mich berührt und fesselt. Deshalb ist auch große Virtuosität selten etwas, was mich wahnsinnig beeindruckt. Vermutlich waren alle Rhodes- oder Orgelspieler von Miles Davis’ Bands der frühen Siebziger für meine Entwicklung wichtig, besonders Herbie Hancock. Von den aktuelleren mag ich z.B. Bugge Wesseltoft. Bei Ihm interessiert mich vor allem die Zusammenstellung seiner Musik, die organische Verschmelzung von Elektronik und computergenerierten Klängen mit echt gespielten Tönen.
Olaf Maikopf: Du erwähntest schon dein Musikstudium in NYC. Was hat es dir, außer einem Abschluss, noch gebracht?
Jo Bartmes: Alles war neu, die Lehrer, die Mitstudenten, die Stadt und das Leben dort. Ich hatte Klavier-, Kompositions- und Ensembleunterricht quasi aus erster Hand bei tollen Musikern, aber auch bei Musikerpersönlichkeiten, die über viele Jahre in den Bands von Coltrane, Shorter, Miles, Sarah Vaughan, Art Blakey oder James Brown und vielen anderen gespielt hatten. Diese waren zwar teilweise keine wirklich guten Pädagogen aber allein durch ihre Geschichten oder ihr eigenes Spiel begriff ich sehr viel über Musik.
Am Anfang habe ich mir fast jede Woche irgendeine Musikerlegende live angehört, Ahmad Jamal, Sonny Rollins, Betty Carter, usw., aber auch mir unbekannte Leute. Meinen Mitstudenten Brad Mehldau hörte ich alle paar Wochen in irgendwelchen kleinen Clubs, heute spielt er ja in den großen Konzertsälen.
John Zorn hat zum Üben für eine neue CD in einem winzigen Café eine Woche lang gespielt. Der Eintritt war frei, die Band war der Hammer - und ich erinnere mich vor allem an Joey Baron’s unglaubliche Spielfreude mit einem Grinsen das die Band, das Publikum und die ganze Belegschaft des kleinen Cafés angesteckte. Ich war in der Woche jeden Abend da. Im Sommer gab es täglich Freiluftkonzerte in Parks und auf Plätzen. Da hörte ich u.a. Sun Ra, Meshell Ndegeocello, Maceo Parker. Jon Cage erlebte ich im Central Park noch live auf der Bühne. Viel zeitgenössische Musik, modernen Tanz, Performance. Oh, da werde ich gerade ganz sentimental, so viel geballte Kultur hatte ich sonst nie in meinem Leben. Aber eigentlich war auch einfach der Gang zum Milchholen im Laden nebenan inspirierend.
Olaf Maikopf: Erinnerst du dich an besondere Erlebnisse mit deinen Lehrern?
Jo Bartmes: Joe Lovano habe ich bei einem Workshop in den Rocky Mountains als fantastischen Lehrer erlebt. Ich war mit anderen Workshopteilnehmern in einer Band, die er leitete und in der er auch mitspielte. Wir hatten dann dort ein paar Gigs zusammen. Er ist mir nicht als Pädagoge in Erinnerung, aber wenn er über Musik sprach, war das so gewaltig, so deep und nachhaltig. Genau wie er Saxophon spielt. Aber das erlebte ich mit einigen dieser Meister.
Olaf Maikopf: Deine Band ist mit Musikern besetzt, die in der Soul-, New Jazz- und Club-Musikszene bekannt sind. Was prädestiniert Fola Dada, Kosho, Sebastian Merk, Frank Spaniol für Bartmes?
Jo Bartmes: Die Kombination hat sich eher zufällig ergeben. Frank und Sebastian spielen übrigens in anderen Projekten viel mehr Jazz als bei mir, aber einfaches Grooven macht ihnen zum Glück genau so viel Spaß. Es sind alles selbstbewusste Musikerpersönlichkeiten. Sie komponieren alle und haben Ihre eigenen Band-Projekte. Aber in meiner Band akzeptieren sie mich als ersten Ideengeber. Mit Kosho und Sebastian spielte ich ein paar Trio-Gigs, bei denen ich das wunderbare Gefühl hatte, Kontrolle komplett aufgeben zu können, völlig im Hier und Jetzt zu sein. Mit Frank habe ich über die Jahre immer wieder gespielt. Seine tollen Ideen und seine präzise Time mochte ich schon immer, und er ist auf meiner letzten Platte mit Tenor-Saxophon, Sopran und Flöte bei ein paar Stücken dabei. Als er dann immer mehr Bassklarinette spielte - ich liebe den Klang - war klar, dass er in der Band eine größere Rolle spielen muss. Fola hörte ich mit Hattler zum ersten Mal, Ihre warme klare Stimme und Ihre starke und angenehme Bühnenpräsenz hatten es mir sofort angetan.
Eigentlich sollte sie für Modular Soul nur ein, zwei Lieder einsingen. Aber die gemeinsame Arbeit machte uns beiden so viel Spaß, dass ich immer mehr Texte schrieb. Manche Stücke, die ursprünglich Instrumentalnummern waren, wurden dann zu Songs. Also alles eher organisch gewachsen und nicht kalkuliert.
Olaf Maikopf: Es sind auch Musiker dabei, die man von DePhazz kennt. DePhazz bedient eher die Lounge-Gemeinde. Bei Dir spielen die Musiker nun eine offenere Musik.
Jo Bartmes: Ich mag Überraschungen und unerwartete Abenteuer in der Musik, Vorhersehbarkeit möchte ich vermeiden. Bauch, Intellekt und Groovebedarf oder Rhythmusbedürfnis, wenn es so was gibt, möchte ich gerne gleichermaßen ansprechen. Ich freu mich, wenn die Musik Tiefgang hat und trotzdem gut zu verstehen ist. Authentizität ist zwar ein viel strapaziertes Wort aber es ist mir wichtig, mit meiner Musik und auch meinen Texten authentisch zu sein.
Olaf Maikopf: Apropos Texte. Warum verwendest du sie in Deiner Musik?
Jo Bartmes: Ich glaube, es fing ursprünglich damit an, dass ich Gesang als Stilelement, als zusätzliche Farbe, integrierte. Heute sind mir - bis auf den einen eher dadaistischen von „Maneuver“ - alle Texte auf Modular Soul sehr ernst. Ich möchte unbedingt das kommunizieren, was mir wesentlich und wichtig ist und nicht weniger.
Selbstverantwortung zu übernehmen für alles, was ich tue und fühle. Freiheit mir nehmen und geben in einer Beziehung, Authentizität, Umgang mit unseren Resourcen – das sind alles Themen, bei denen es nicht einfach ist, leicht und spielerisch zu bleiben, nicht belehrend oder altklug rüberzukommen. Das gelingt mir nur teilweise.
Olaf Maikopf, Jazzthetik, März, 2012
SOUNDTRACK FÜR TARANTINO
Frisch, einfallsreich, abwechslungsreich und modern - so klingen die 14 Tracks auf „modular soul“, dem neuen Album von Jo Bartmes. „Nu Jazz“ wäre dafür das falsche, weil einschränkende Wort, denn die Sängerin Fola Dada bringt schon eine ordentliche Portion Soul und Hip Hop („Maneuver“) ins Spiel. „Princess“ überzeugt dagegen mit Banjo-Grooves, zu denen Jo Bartmes sich eins pfeift. Aber auch ausgeschlafene Funk-Grooves („Authenticity“) und repetitiver Minimal („Ladida“) und der Gesang der Sopranistin Cordula Stepp finden sich auf „modular soul“, dazu noch reihenweise originelle Rock-Gitarrensounds von Kosho, jazzige Keyboards von Bartmes selbst. Und was bitteschön, soll man gegen ein Album sagen, das die Bassklarinette derart prominent einsetzt.
Hier geht es tatsächlich mehr um Sound als um Songs, was für eine deutsche Produktion eher ungewöhnlich ist, zumal wenn daraus kein instrumentales Muskelspiel wird, sondern eine erfrischende Lässigkeit sich durch all die Tracks zieht. Und einen Track wie „Bungalloo“ mit seinem Flair alter französischer Filmsoundtracks sollte man dringend Quentin Tarrantino schicken.
Insgesamt scheint „modular soul“ eines der rundesten Alben, das in der Region bislang produziert wurde: a journey into sound and good grooves, fürwahr.
Ulrich Kriest, Meier, März 2012
BARTMES FEAT FOLA DADA
„Modular Soul“ heisst das am 16. März erscheinende neue Album von Jo Bartmes, das im kunstvoll ausgestanzten Cover schon optisch wunderhübsch daherkommt. Doch auch der akustische Inhalt lässt keine Wünsche offen. Der in Heidelberg lebende Keyboarder ist ein grosser Eklektiker vor dem Herrn. Stile und Zutaten werden wild zusammengemixt. Funk, Jazz, Soul, Clubmusik, Retrodisko oder zeitgenössische Elektronika - Hauptsache es klingt gut und groovt ordentlich. Da dengeln die treibenden Techno-Beats durch die Landschaft, während der schnurrige Klang der Bassklarinette anheimelnd knarzt, der akustische Bass locker vor sich hinswingt, das E-Piano smart funkt, die Orgel schmatzt und eine fies verzerrte Gitarre ein Minisolo beisteuert. Man weiß gar nicht so recht, wo man überall gleichzeitig hinhören möchte, so bunt und detailverliebt kommt das Klangbild der meisten Stücke dahher. Oder man lässt sich einfach vom lockeren Flow dieser gutgelaunten Musik dahintreiben. Unüberhörbar allerdings ist die smarte Stimme von Fola Dada, die bei Hattler als Sängerin reüssierte und bei bartmes das ausdrucksstarke und stimmungsvolle Aushängeschild ist.
Johannes Frisch, Klappe Auf, März 2012
REVOLUTIONEN UND RAUMREISEN
Jo Bartmes verfügt über einen fundierten Jazz-Background – u.a. in Form eines Jazz-und Kompositionsmasters, erworben am Queens-College in New York. Doch auch wenn man in der Liste der Auftrittsorte seiner in den nächsten Wochen anstehenden Tour des Öfteren den Namen »Jazzclub« erblickt, sind Kategorisierungen hier Nebensache. Bartmes ist ein Eklektiker der Rare Grooves mit Soulpop verbindet, eine Neo-Swing Nummer genauso mit einpackt wie die lässig groovende Titelmusik eines nie gedrehten 70s-Fernsehkrimis inklusive gepfiffener Melodie. Mal jault die Orgel, dann folgen Cut´n´Clicks aus dem Rechner. Aus der Besetzungsliste von Modular Soul, die Bartmes guten Verbindungen ins Südwestdeutsche »Soul-Pop- Musterländle« geschuldet ist, ist an erster Stelle die Sängerin Fola Dada zu erwähnen, aber auch instrumental sind hier nur Könner am Werk.
Tom Asam, Titel, Kulturmagazin, März 2012
»Seine schnörkellosen, vielschichtigen und eigenwilligen Ideen heben sich wohltuend vom Mainstreambrei ab«
Matthias Creutziger, Jazz Podium
»Bartmes sind pures Vergnügen - witzig, geistreich, nie auch nur eine Sekunde langweilig und immer für eine überraschende Wendung gut.«
»...Da trifft der wunderbar nostalgische Röhrenklang von Jos Hammond B3 auf digital generierte Loops, Effekte und Samples. Da wirft VJ Genelabo passend zum Sound mal spacige, mal lyrische, mal einfach nur dekorative Visuals auf zwei kreisrunde Leinwände hinter den Musikern. Und da verwischt Drummer Holger Nesweda mit seinem ausgeklügelten Spiel endgültig die Grenzen zwischen synthetischen und organischen Klängen. Heraus kommt ein verdammt suggestives, grooviges Gebräu, in dem Jazz, Funk und Jungle gut durchgemischt fröhliche Urständ feiern. Bartmes machen sich zudem einen Spass daraus, den geneigten Hörer auf falsche Fährten zulocken. Immer gibt es den so nicht erwarteten Schlenker, gewissermaßen ein musikalisches "Denkste", das die ganze Sache erst so richtig spannend macht.«
MZ, 11.04
»Surrealer Groove-Trip«
»... mit seinem jüngsten Projekt ist er noch einen entscheidenden Quantensprung kühner geworden. Musikalisch abstrakter, untergründiger und auch clubbiger, was sein Auftritt im DAI deutlich machte. Als wichtigen Mitspieler hat Bartmes nun das Notebook mit an Bord geholt. Darauf hat er fantasievolle Samplings generiert und abgespeichert, die er als Loops abruft und damit sein Orgelspiel grundiert. Brodelnde Bassgänge und hibbelige Gitarrenläufe überlagern sich zu Endlosschleifen, wobei Bartmes an dem Ostinaten, Repetitiven auch für seine Orgelfiguren grossen Gefallen findet. Ergebnis solcher Schichtungen ist ein Groove, der ebenso subversiv und entspannt wie erregend daherkommt. An Effektgeräten hat Bartmes immer schon gerne herumgeschraubt und an seinem Notebook und Soundgeneratoren wurde er nun glatt zum DJ. Schwurbelige, zischende Sounds aktivierte er daraus, eine Vielzahl dunkler Ambientklänge. Dazu flocht er sich ein mit seinem Orgelspiel, verbiss sich in langen Repetitionen und grossen Steigerungen, klinkte sich wieder aus, um nur noch die Samplings weiter tönen zu lassen. Maschinenmusik und individuell geformte Musik im spannenden Dialog . Eben solche Zusammenklänge vereinte Schlagzeuger Holger Nesweda höchst fesselnd in seinem Spiel. Die komplexen asymmetrischen Rhythmen des drum&bass brachte dieser mit locker federndem Puls in Fahrt, ungemein variantenreich, erregend trommelnd. Ähnlich groovig rhythmisiert wie die Klänge flackerten die Bilder - felsige Bergeshöhen oder Wüstenlandschaften mitsamt skurril umgebauten Fahrzeugen. Surreale Sounds und ebensolche Bilder - ein dunkler, delirienhafter Trip, der mächtig kosmischen Groove hatte.«
Rhein-Neckar-Zeitung, 04.05
»Bartmes demonstrierte im Luna anschaulich, wie Musik und Video zu einer symbiotischen Einheit verschmelzen und sich gegenseitig befruchten. ...Bartmes ist definitiv ein Trio, da Videojockey Genelabo mit zum Konzept gehört und nicht als nette Befriedigung der von Videoclips "verwöhnten" Generation herhalten muss. ...So erhielten die geometrischen Figuren, Großstadtimpressionen oder verfremdeten Diaaufnahmen eine ganz neue Dimension, zumal harmonisch abgestimmt auf die instrumental gehaltenen Songs. Deren Akzent lag verstärkt auf Klang, Fläche oder suggestiv wiederkehrenden Motiven, beinahe hypnotischen Grooves in dieser SciFi-Atmosphäre. Während die linke Hand des Bandleaders das Bassfundament tief tönte, wirbelte die rechte Jimmy Smith-like im Akkord- und Melodiesegment. Mit Wah-Wah-Pedal und Dynamikschweller dämpfte Bartmes die Töne variantenreich ab, verzerrte oder verschluckte sie halb. Die jazzige Attitüde entstand durch das verschachtelte Schlagzeugspiel, die improvisatorische Freiheit der Orgel und die Überwindung von stilistischen Grenzzäunen und Scheuklappen: Drum&Bass, 70's-Funk, Ambient und Groove Jazz reichten sich einträchtig die Hand. Zusätzliche Rhythmusspuren, elektronische Noise-Loops oder zerstückelte Fragmente einer Nachrichtensendung spuckte das Apfel-Laptop aus und komplettierte den Bandsound. Ein Jazzkonzert der Jetztzeit, das ganzheitlich überzeugte.«
Kieler Nachrichten, 11.04
»...taking us on a journey through the same vamp-based funk solar systems that Herbie and say, George Benson or Roy Ayers, so blissfully guided us through in the past. 'rrrrt, rrrrt' sounds like it's spelled, as though Bartmes has his moog in a chokehold and is wrestling it to the ground, while the rhythm section never breaks its subtle yet vicious drum'n'bass stride, abetted by a tinkling sequence, then a dub bass line. The Rhodes solo hits with a blast of 64th notes that would be ruthlessly edited out by an electronica label. That would be a shame, because this solo shows how prodigious instrumental technique can slam up against atmospheric groove extremely effectively, both viscerally and rhythmically. Check out the three minutes of 'me we,' tantalizingly exploring a vibe that almost single-handedly legitimizes the concept of the jazz/'lounge' crossover.«
»...these guys say what's on their mind, do their own thing and can back it all up-floating on 'tronica, stinging with jazz, never letting trendiness catch 'em fully on the chin.«
All About Jazz, 06.04
»Ja, für diejenigen, deren Jazzbegriff bei Till Brönner aufhört, ist diese Platte eine kleine Provokation: Jo Bartmes, nach fast einem Jahrzehnt Studium und musikalischer Spurensuche in New York nun wieder in Heidelberg angekommen, reisst mit seinen Mitstreitern genüsslich wie abenteuerlich die Grenzzäune zwischen freiem Ausdruck, Clubtauglichkeit und Progressivität nieder. ...BARTMES gelingt es immer wieder so zu klingen, wie man es partout nicht erwartet und den Spagat zwischen Hörbarkeit und experimentell wirkender Flucht aus bestehenden Konzepten in einem sinnlichen Kontext zu vollführen. Deshalb ist "Me We " mehr als nur ein Album von Musikern für Musiker sondern auch eines für den Teil des Publikums, der die Neugier für das Unbekannte noch nicht verloren hat.«
Frankfurter Rundschau, 03.11.03
»Nirgendwo wird der Jazz so deep und flirrend gebraut, wie in Heidelberg«
Debug, 11.03
»Me We von Bartmes ist ein digitales Plädoyer für die ewige Daseinsberechtigung des analogen Instruments. Was nach dem ersten Hören als ausgefuchstes Arrangement unzähliger Rare Grooves klingt, erweist sich beim zweiten Hinsehen als handgemachte Komposition aus echten Instrumenten - wobei auch der Plattenspieler neuerdings dazu gezählt werden darf. Herausgekommen ist ein vielversprechendes Debut für das neue Jazzlabel Fante Records.«
Jazzthing, 11.03
»Eine topmoderne Platte ist das...«
"Wenn alle technisch so versierten Musiker mit ihren Fähigjeiten derart offenherzig und selbstverständlich umgehen würden, wenn sie sich trauen würden, ihre eigenen Horizonte sachte, aber nachdrücklich zu verschieben, dann könnten wir uns ernstzunehmende musikalische Hoffnungen machen. "Me we" ist eine der seltenen Platten aus den Händen von Jazzmusikern, bei denen auch die elektronischen Elemente keinen Vergleich zu scheuen brauchen. Bartmes machen Musik mit den Mitteln ihrer Zeit. Eine simple und zugleich eindeutige Wertschätzung.«
Meier, 11.03
»Musik aus dem Bauch für den Bauch, ansteckend, klanggewaltig, mitreissend, bewegend und vor allem immer wieder neu«
RON, 05.03
»Alte Sounds aus den Siebzigern sind derzeit en vogue; dass sie mehr noch starke Modernität in sich bergen, wenn sie so sehr avanciert behandelt und verfremdet werden wie hier, das zeigt Bartmes mit bestem Tüftlergespür und ebenso viel Sinn für ungewöhnliche Soundvisionen. Mit rhythmischen, percussiven Samplings gibt der Organist seinem Spiel zusätzliche Fahrt und manch ein Stück wird dadurch zur Techno-Nummer: mit treibendem Beat, suggestiven Repetitionen und stählernen Sounds.«
Rheinpfalz, 05.03
»Rund, satt und tanzbar spielte Sebastian Gramss den Kontrabass, und der New Yorker John Bollinger grundierte mit enorm druckvollem Schlagzeugspiel. Unablässig variierte Bartmes seine Klänge, begleitete seine Orgelsoli auf dem E-Piano, dosierte die Soulhitze mit dem Wah-Wah-Pedal und Dynamikschweller: Die Töne wurden variantenreich abgedämpft, verzerrt, halb verschluckt und am Ende wie eine Teigmasse einzeln durchgeknetet... Die aktuelle Musik von Bartmes ist ein dunkler Trip mit sehr viel Sinn für klangliche Delirien und schwitzende Sounds. Tanzbar dazu und mit jeder Menge Soul und Funk drin.«
Rheinpfalz, 26.10.01
»Was die Drei präsentieren ist ein so explosives Gemisch aus "acidic jazz & cosmic grooves", dass nicht nur Miles- und Herbie-Fans Hitzewellen in Herz und Hirn steigen. Mit brennender Intensität, dabei unter Verzicht auf alle Klischees, die das Fusion-Genre seit den Achtzigern in Misskredit gebracht haben, improvisiert das Trio - mitunter an der Grenze zur Atonalität - mal Funk pur ausschwitzende, mal meditativ fliessende Kabinettstücke, in denen jede Tasten- und Saitennote und jeder Drum-Schlag punktgenau sitzen. Keine Spur hier vom "Dumm rumnudeln" irgendwelcher "young lions" (Zawinul)! Wer sagt, dass Fusion tot ist? Bartmes & Co. treten an zum Gegenbeweis - und reüssieren.«
Keyboards, 12.01
»Dieser Live-Mitschnitt knistert vor Spannung. Hier hat Jo Bartmes seine Big Apple- und Heidelberg- Erfahrungen komprimiert. "Organic" ist sowohl funkige Hörtapete als auch vollwertkostiger Zeitgeistjazz, ist ein kraftvolles reflektieren aktuellster New Yorker Strömungen mit Romantismen made in Germany. Kontinuierlich strömen Basslinien durch die richtig platzierten Rhodes-Markierungen und die raffiniert wohlklingenden Schlagzeug-Muster pulsieren hochexplosiv auf gleicher Ebene...
Alle Fesseln über Bord, gehen die drei mit Sounds der Fantasie an die Grenze des Band-Kontextes.«
Meier, 4.01
»In 12 Stücken demonstriert Jo Bartmes mit Fender Rhodes, Orgel und Clavinet, wie warm und lebendig analoges Instrumentarium doch zu klingen vermag. Der sowohl in Deutschland als auch in den USA lebende und arbeitende Keyboarder greift in die 70er-Jahre-Jazz-Funk-Schublade à la Miles Davis und Herbie Hancock und fabriziert gemeinsam mit Jason DiMatteo am E- und Kontrabass und John Bollinger mal freitonale Klangkaskaden, mal wild groovende Rhythmusteppiche. Bartmes und seine Kollegen zeigen, daß Jazz-Fusion aus den 70ern nicht nur das Steckenpferd ist für ziegenbärtige und pudelmützige DJs. «
Jazzthing, 4.01
»Abgesehen von einem unwiederstehlichen Groove, beeindrucken vor allem seine großartigen Fähigkeiten an den diversen Keyboards...
Nicht ohne Einfluss bei Bartmes sind zweifellos die beiden Mitstreiter Jason DiMatteo an E- und Akustik-Bass und John Bollinger mit seinem bescheidenen Drum-Set, die ungeheuer auf den Punkt spielen können und die königlich-krausen Keyboardklänge unterstützen. Kein Wunder, daß die reichlich erschienenen Fans heftigst jubeln...«
HAZ, 13.11.00
»Am Freitag und Sonnabend war bartmes da. Und das war noch besser.«
»...und das musikalische Lebensgefühl einer Stadt, in der Jazz noch immer lebt und sich kräftig weiterentwickelt. Da ist Hip-Hop drin, da ist Funk drin, da ist Rock drin. Heraus kommt eine mal coole, mal explosive, meistens tanzbare, manchmal herrlich schräge Mixtur, handwerklich blitzsauber gespielt. Öfter solche Qualität - und moderner Jazz hätte im Gig ein festes zuhause.«
Neue Presse, 22.11.99
»...das ist das unkonventionellste Konventionelle, was ich bisher gehört habe...
Endlich mal wieder Jazzer, die nicht nur wissen, wie man Groove schreibt, sondern auch, wie man ihn macht«
Märkische Oderzeitung, 1.6.99
»Bartmes, DiMatteo und Bollinger gehen auf dem Podium eine musikalische Symbiose ein, die von absolutem gegenseitigen Verständnis geprägt ist...«
"Die Musik des Trios fordert den Zuhörer bis auf's Äußerste heraus, fesselt ihn in eigenartiger Weise, sorgt für pausenlose Überraschung, und klingt bis zum letzten Stück spannend.«
Die Rheinpfalz, 27.10.98
»Jedes Stück von bartmes ist wie eine Expedition in unbekanntes Terrain...«
"Nicht laute Akzente prägen die kaum einzuordnende Musik des Trios. Ihre Stücke entwickeln sich bedächtig ohne langatmig zu wirken. Johannes Bartmes, Jason DiMatteo und John Bollinger halten ständig die Spannung aufrecht."
Badische Zeitung, 21.10.98
»Ziemlich psychedelisch tönen diese Keyboardklänge, bald dunkel gedämpft, bald schrill verzerrt wie eine E-Gitarre. Mächtig growlend und recht verwegen. Starke Eigenkompositionen präsentiert Johannes Bartmes auf seiner ersten, in New York produzierten CD. Herrlich schwüle Balladen dampfen herauf, und ansonsten bringt jazziger Groove diese wundervolle Scheibe mächtig auf Touren.«
Rhein Neckar Zeitung, 11.11.98
»Jazz-Erlebnis; von schroffer Schönheit«
Mannheimer Morgen, 19.11.98
»Klänge wie wenn der New Yorker Untergrund zu brodeln beginnt.«
Mannheimer Morgen, 17.3.97












